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Samstag, 13. Februar

Miriam Feuersinger
SopranCosimo Stawiarski
ViolineBettina Messerschmidt
VioloncelloAndrea Cordula Baur
TheorbeMichael Wersin
Orgel & Leitung

Gesprächskonzert «Stimme und Saiten im Dialog» – Georg Friedrich Händels «Neun deutsche Arien»



St.Mangen


17:00 Konzert 


Um die Mitte der 1720er Jahre liess sich Georg Friedrich Händel, der in jener Zeit auf dem Zenit seiner Londoner Opern- Erfolgsserie angelangt war, durch eine Gedichtsammlung des Hamburger Dichters Barthold Heinrich Brockes zur Komposition seiner «Neun deutschen Arien» (HWV 202–210) inspirieren. Diese Vertonungen religiös motivierter Naturbetrachtungen aus dem Umkreis der pietistischen Theologie gerieten zu wahren Musterbeispielen hochbarocker Arien-Kunst und erfreuen sich bis heute herausragender Beliebtheit.

Die kompositorische Umsetzung ist im Sinne der barocken musikalischen Rhetorik unmittelbar «sprechend» und textaffin, ohne sich in allzu detaillierten Lautmalereien zu ergehen. Die Gesangsstimmeverlebendigt den Inhalt der Gedichte, indem sich ihre Melodik kreativ und mit staunenswerter «Eloquenz» den Worten zuneigt und dabei deren Wirkung expressiv verstärkt. Mit der Gesangsstimme dialogisiert ein obligates Melodieinstrument, das dieselbe Motivik nonverbal entfaltet. Eine Continuo-Gruppe aus Streichbass (Violoncello) und Akkordinstrumenten (in diesem Konzert Orgel und Theorbe) liefert die Basis für das Singen und Spielen der Oberstimmen, beteiligt sich aber auch motivisch auf vielfältige Weise direkt an deren Melodik. Im Falle der Akkordinstrumente ist für diese Beteiligung das kreative Improvisieren eine wichtige Technik. Zum Improvisieren gelangen aber auch die Oberstimmen: Die Da-Capo- Form der Arien regt durch die jeweilige Wiederholung des ersten Teils traditionell zum ausgelassenen Verzieren und Kolorieren an.

Solche ästhetischen, kompositorischen und interpretatorischen Aspekte kommen in diesem Konzert an geeigneter Stelle direkt zur Sprache. Im Dialog mit dem interessierten Publikum soll ein lebendiges, vielfältiges Bild vom aktuellen, historisch informierten Umgang mit den Arien entstehen, deren überlieferte Partituren ja lediglich die musikalische Substanz wiedergeben. Auf dem Weg zu einer im barocken Sinne lebendigen Interpretation obliegt es dann den Musikerinnen und Musikern, sich einer Menge offener Fragen zu stellen und schliesslich beträchtliche interpretatorische Freiheiten zu nutzen.