Ensemble Alter Ego: Eleonora Bišćević, Traversflöte Arianna Radaelli, Cembalo
Bach, Vater & Söhne – Eine Familie
gestaltet stilistischen Wandel
17.00 Uhr
Konzert
16.15 Uhr
Einführung
Ort:
St.Mangen
Anschliessend sind Sie herzlich zum Apéro im Kirchgemeindehaus eingeladen
Johann Sebastian Bach wird oft als Endpunkt einer langen musikalischen Entwicklung angesehen, ebenso wie sein Todesjahr 1750 häufig mit dem Ende der Barockzeit gleichgesetzt wird. Scheinbare historische Fixpunkte dieser Art sind natürlich immer Vereinfachungen, mit denen spätere Generationen sich einen Überblick zu schaffen versuchen über in Wahrheit viel komplexerer Entwicklungen in der Musikgeschichte.
Ändert man die Perspektive und wirft einen Blick auf das Schaffen von Bachs Söhnen Carl Philipp Emanuel, Johann Christian und Wilhelm Friedemann, dann rückt ein neuer Aspekt in den Fokus: Wie haben die Söhne, die alle mehr oder weniger stark vom «grossen» Vater beeinflusst waren, selbst als Komponisten agiert? Welche Verschmelzung aus väterlichem Erbe und eigener Kreativität, entfaltet auf dem Hintergrund ganz neuer geistesgeschichtlicher Strömungen, haben sie jeweils geschaffen?
Carl Philipp, zu Anfang ganz dem Sturm und Drang hingegeben, orientiert sich zunächst noch stark an der Klangwelt des Vaters, aber unter seinen Händen streben die vertrauten musikalischen Ausdrucksmittel bald vehement in eine ganz andere Richtung. Johann Christian, der mit seiner Konversion zum katholischen Glauben und seiner Hinwendung zur Oper die Welt des Vaters beherzt verlässt, wird später zur Inspirationsquelle für den jungen Mozart. Und Wilhelm Friedemann entwickelt sich auf Basis der Tonsprache seines Vaters zu einer teils recht intellektuellen, prägnant individuellen Stilistik, die aber gleichzeitig einen hohen sinnlichen Reiz durch ihre bemerkenswerte Virtuosität entfaltet.
Eleonora Bišćević und Arianna Radaelli lassen das Publikum mit einem ausgeklügelten Programm an den skizzierten Entwicklungen teilhaben. Die Duo-Besetzung Traversflöte und Cembalo knüpft einerseits traditionell an die Musik des Vaters an, vermag aber auch mit staunenswerter Wandlungsfähigkeit das je Eigenständige im Schaffen der Söhne zu repräsentieren.