Agenda
Schlussbericht 2026 PDF
Download Programm PDF
Sonntag, 7. März


Concentus Duplex Vocal Ensemble
Les Cornets Noirs
Sebastian Bausch
Michael Wersin

La Serenissima um 1550 – Die Erfindung der doppelchörigen Psalmodie in San Marco

17.00 Uhr
Konzert

16.15 Uhr
Einführung

Ort:
St.Laurenzen

Anschliessend sind Sie herzlich zum Apéro im Stadthaus eingeladen



Acht Sängerinnen und Sänger, spezialisiert auf die Musik der Renaissance – und acht Bläserinnen und Bläser, die mit ihren Zinken und Posaunen im Repertoire der Renaissance und des Frühbarock beheimatet sind. Die Kirche St.Laurenzen mit ihren Emporen und ihrer Quadro-Orgel: So lässt sich die Geburtsstunde der vokal-instrumentalen venezianischen Mehrchörigkeit ideal zum Erlebnis machen. Mit den «Salmi Spezzati», den antiphonal-doppelchörig aufgeteilten mehrstimmigen Psalmen-Vertonungen von Adrian Willaert und Jachet de Mantua, begann im Markusdom die prachtvolle Klangwerdung der Architektur.

Die Kreativität fand ihren Ausgangspunkt in der fulminanten Kompositionskunst der beiden befreundeten franko-flämischen Meister – Jachet stammte aus der Bretagne, Willaert aus Flandern –, die für den Markusdom die einstimmige Psalmodie auf vielfältige Weise in achtstimmige Doppelchörigkeit zu fassen verstanden: Eine grossartige Idee, verwirklicht mit dem Ziel, die liturgischen Vespern an den grossen Festen des Kirchenjahres so repräsentativ wie möglich zu gestalten, denn bei diesen Gelegenheiten waren die rund um die Uhr mit dem Stundengebet beschäftigten Mönche nicht unter sich, sondern wurden zum Teil einer grossen feiernden Gemeinschaft. Weitere Aspekte der Kreativität liegen in der Aufführungspraxis: Verschiedene Arten der gemischt vokal-instrumentalen Besetzung sind vorstellbar, verschiedene getrennte Standorte im Raum bieten sich an.

Mehr als nur ein Hauch von venezianischer Renaissance in St.Gallen – der einzigartige Kirchenraum von St.Laurenzen lädt ein zu diesem Feuerwerk der Klangfarben und -mischungen, deren Wirkmächtigkeit zeitlos ist.