Agenda
Sonntag, 2. Februar Mehr
Sonntag, 9. Februar Mehr
Samstag, 15. Februar Mehr
Sonntag, 16. Februar Mehr
Samstag, 22. Februar Mehr
Sonntag, 23. Februar Mehr
Samstag, 29. Februar Mehr
Sonntag, 1. März Mehr
Download Programm PDF
Sonntag, 23. Februar

Dorothee Mields
Salagon Quartett
Miriam Shalinsky

Stabat mater dolorosa – Luigi Boccherini als Meister der Sakralmusik

Konzert: 23.2., 17:00, St.Mangen
Workshop: 22.2., 19:00, St.Mangen

Der Workshop gibt vertiefte Einblicke in das Zusammenspiel von Musik und Text im Barock. Weitere Informationen unter www.amsg.ch oder beatrice.brechbuehlALO9iXSUnyXYsKlref-sgc.ch.
Für den Workshop ist keine Anmeldung erforderlich.



Wer «Stabat mater» hört, denkt in der Regel sogleich «Pergolesi». Aber freilich wurde jenes hochmittelalterliche lateinische Reimgebet, welche das Leiden der Gottesmutter Maria unter dem Kreuz ihres Sohnes mit bildkräftiger Sprache thematisiert und in seinem Verlauf einen eleganten Schwenk zur «compassio», also zum Mit-Leiden des Betrachters dieser Szenerie vollzieht, in den Jahrhunderten seit seiner Entstehung sehr häufig und für ganz unterschiedliche Besetzungen in Musik gesetzt. Die 1781 entstandene Vertonung des Italieners Luigi Boccherini (1743-1805) gehört dabei zu den besonders reizvollen, wenngleich sie lange Zeit nicht sehr bekannt war. Eine im Jahre 2016 entstandene grossartige CD-Einspielung des Werks von Dorothee Mields und dem erweiterten Salagon Quartett trug massgeblich zur Popularisierung des Werks bei. Für unser Konzert konnten wir dieses ideal besetzte Ensemble gewinnen.

Boccherini, selbst Cellist, war vor allem bekannt für seine innovative Streicher-Kammermusik. Allein über 100 Streichquintette hat er hinterlassen, und darunter finden sich auch einige wenige für genau die Besetzung, die er für das Streicherensemble seines «Stabat mater» wählte: zwei Violinen, Viola, Cello und Kontrabass. Es erübrigt sich zu erwähnen, das Boccherini seinem eigenen Instrument, dem Cello, zahlreiche dankbare Melodielinien übertrug, zumal es durch die Mitwirkung des Kontrabasses weitgehend von seiner Bassfunktion befreit ist. Die Hauptrolle – wenngleich im Sinne einer «prima inter pares» – fällt allerdings der Sopranistin zu, für die Boccherini hochexpressive, stets hautnah am Textausdruck orientierte Kantilenen geschaffen hat.