Agenda
Schlussbericht 2021 PDF
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Samstag, 19. Februar


Francesca Cassinari Sopran Eleonora Bišćević Traversflöte Bettina Messerschmidt
Violoncello Simon Linné 
Theorbe Michael Wersin
Orgel & Leitung


«Speranze, Sospiri e Sospetti» – Freuden und Leiden der Liebe in italienischen Kantaten von Vivaldi, Händel u. a.

16.00 Uhr
Einführung mit Michael Wersin
17.00 Uhr
Konzert

Ort St.Mangen
Eintritt frei – Kollekte



Als Georg Friedrich Händel im Alter von 21 Jahren zu einem mehrjährigen Studienaufenthalt nach Italien reiste, geriet er in Rom in einen wahren Schaffensrausch: Von Stadtpalais zu Stadtpalais herumgereicht durch kunstverliebte vermögende Gönner, unter ihnen auch Männer der Kirche wie die Kardinäle Pamphilij und Ottoboni, komponierte er am laufenden Band instrumentale Kammermusik und weltliche italienische Kantaten für Privataufführungen in den Adelspalästen seiner Mäzene und leitete die Aufführungen virtuos vom Cembalo aus. Unter den Stücken dieser Zeit findet sich auch «Nel dolce dell’oblio», eine Kantate, in deren Text ein Liebhaber seiner schlafenden Angebeteten süsse Gedanken an ihn suggerieren möchte – nicht ohne zu ahnen, dass sich diese Vorstellung nach ihrem Erwachen als Illusion herausstellen wird.


Antonio Vivaldi, der die meiste Zeit seitens Lebens in Venedig gearbeitet hat, komponierte einige weltliche Kantaten während eines kurzen Intermezzos als Hofmusiker in Mantua, wo damals der deutsche Prinz Philipp von Hessen-Darmstadt herrschte. Die nachweisbare Anwesenheit eines fähigen Traversflötisten könnte ihn dort zu seiner Kantate «All’ombra di sospetto» inspiriert haben – auch hier ist der Text eine Liebesklage, von den geheuchelten Gunstbeweisen einer grausamen Schönen handelnd.


In diesen und anderen Werken des Programms steht der virtuose Dialog zwischen Sopranstimme und Travers- flöte im Vordergrund: Ihre Melodielinien umschmeicheln sich auf kunstvolle Weise und reflektieren dabei stets mit musikalischen Mitteln die Aussagen des Textes. Dieser ist mit Blick auf seine emotionsgesättigte Sensitivi- tät freilich eher als reichhaltiger Affekte-Lieferant für die Komponisten denn als intellektuell sinnstiftendes Statement zu verstehen.